Eine Erhebung der Menge der in Deutschland angefallenen und künftig anfallenden radioaktiven Abfälle existierte in der Vergangenheit nur lückenhaft. Das Interesse der Bundesregierung an einer solchen Abfallmengenerhebung und ihrer Veröffentlichung war gering. Soweit Zahlen veröffentlicht wurden, dann nur summiert und nicht nach den einzelnen Standorten aufgeschlüsselt. Von den AKW-Betreibern wurden keine Abfallzahlen veröffentlicht, und die Veröffentlichung einer detaillierteren Übersicht zu den Abfalldaten durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurde mit den Daten für 2004 eingestellt.
Im September 2013 legte die Atommüllkonferenz – ein loser Zusammenschluss von Anti-Atom-Initiativen – mit dem Bericht „Atommüll – eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland“ eine erste standortscharfe, bemüht umfassende, aber trotzdem lückenhafte Erhebung vor. Im August 2015 musste die Bundesregierung erstmals ein Nationales Entsorgungsprogramm erstellen und an die EU-Kommission melden. Zu diesem Programm gehört auch eine Abfallerhebung, die mindestens alle drei Jahre aktualisiert werden muss. Doch auch dieses Verzeichnis listet längst nicht alle angefallenen und anfallenden Abfälle auf. Deshalb hat der Atommüllreport – ein Projekt, das aus der Atommüllkonferenz entstanden ist – den Bericht „Atommüll – eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland“ 2024 aktualisiert und dabei die 2013 noch vorhandenen Wissenslücken geschlossen.
