Die Richtlinie 2011/70/EURATOM verpflichtete die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, erstmals bis zum 23. August 2015 eine Bestandsaufnahme der abgebrannten Brennelemente und radioaktiven Abfälle zu erheben, einen Bericht über die Kosten und Finanzierung der Atommülllagerung sowie ein Nationales Entsorgungsprogramm (NaPro) vorzulegen. Danach muss alle drei Jahre ein Fortschrittsbericht bei der Kommission eingereicht werden. Im Abstand von 10 Jahren muss das Nationale Entsorgungsprogramm aktualisiert werden.
Bereits 1999 bis 2007 gab es einen umfangreichen Arbeitsprozess zur Erstellung eines „Nationalen Entsorgungsplans“ die jedoch nicht zum Abschluss geführt wurden.
2015 legte das Bundesumweltministerium ihren Entwurf für ein „Nationales Entsorgungsprogramm“ vor und unterzog ihn einer strategischen Umweltprüfung und somit einer Öffentlichkeitsbeteiligung. Nachdem insbesondere zu der Frage Erweiterung des Inventars des geplanten Atommülllagers Schacht KONRAD in Salzgitter 70.000 Menschen Einwendungen eingelegt hatten, beschloss die Bundesregierung eine Modifizierung in diesem Punkt.
Im November 2025 hat das Bundesumweltministerium die Fortschreibung des NaPro veröffentlicht. Im Vorfeld waren dazu über 4.000 Stellungnahmen eingereicht worden.
Laut Bundesumweltministerium hat das Nationale Entsorgungsprogramm keine Rechtsnormqualität, ist aber bei allen Entsorgungsplanungen und Verwaltungsverfahren von den Akteuren im Bereich der Entsorgung zu berücksichtigen.
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