Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD

1986 führte die Katastrophe von Tschernobyl zur Verankerung der Ablehnung der Atomtechnik in der Bevölkerung. Diese breite Ablehnung zu bündeln und zu koordinieren war das Ziel der Gründungsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. am 27. August 1987. „Die absolute Minimierung der Strahlenbelastung durch kerntechnische Anlagen” wurde Satzungsziel. Schwerpunkt der Arbeit lag bei den Atomprojekten in der Region, Schacht KONRAD, ASSE II und Morsleben – aber auch bei der bundesweiten Auseinandersetzung um die Atomenergienutzung und den Umgang mit Atommüll.

ASSE II: 1988 erstellte die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD einen öffentlichen Fragenkatalog zur ASSE II. Gemeinsam mit der Aktion Atommüllfreie Asse organisierte sie die Proteste gegen die geplanten Versuche mit hochradioaktiven Strahlungsquellen. 1992 wurden die Versuche abgesagt. Von Anfang an forderte sie die Anwendung des Atomrechts auf die Anlage und unterstützen die Tischlermeisterin Irmela Wrede bei ihrer Klage. Nach Bekanntwerden der Flutungspläne 2007 war die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD ein Motor der erneuten Auseinandersetzung, die in der gesetzlichen Verankerung der Rückholung des Atommülls gipfelte. 

Morsleben: Gleich nach der Grenzöffnung gab die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD bei der Gruppe Ökologie Hannover eine Schwachstellenanalyse zum ERA Morsleben in Auftrag und organisierte und koordinierte über Jahre hinweg den politischen und juristischen Widerstand gegen den Weiterbetrieb des Atommülllagers. 1998 wurde die Einlagerung von Müll aus westdeutschen Atomkraftwerken gestoppt. 2010 sammelte die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD 12.000 Einwendungen gegen die konkreten Schließungspläne des Betreibers Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und fordert, zumindest die illegal zwischengelagerten Strahlungsquellen und Radiumabfälle herauszuholen.

Schacht KONRAD: Herzstück der Aktivitäten war und ist die Verhinderung  der Inbetriebnahme von Schacht KONRAD als Atommülllager, 1991 Einwendungskampagne mit 298.387 Einwendungen, 1992/93 75 Tage Erörterungstermin mit einer Vielzahl von Aktionen, Proteste gegen das Opfern von Schacht KONRAD im Atomkonsens, 2002-2008 Klagen durch mehrere Instanzen, 2015 Einwendungskampagne gegen das Nationale Entsorgungsprogramm mit 68.139 Einwendungen in drei Wochen, gemeinsames Bündnis mit der Stadt Salzgitter, der IG Metall Salzgitter-Peine und dem Landvolk Braunschweiger Land, und vieles mehr.

Absolute Minimierung der Strahlenbelastung: Von Anfang an war die Beendigung der Atommüllproduktion das Ziel. Deshalb war die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD nicht nur bei einer Vielzahl von Demonstrationen und Aktionen  in ganzen Land dabei, sondern hat viele selbst (mit-)organisiert, z.B. am 13. Mai 1995 in Hannover mit etwa 10.000 Menschen gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und gegen weitere Castor-Transporte; 1996 zum 10. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl in Biblis, Ahaus, Krümmel, Magdeburg und München; 2009 den Anti-Atom-Treck nach Berlin; 2010 die großen bundesweiten Demonstrationen gegen die Laufzeitverlängerung und 2011 die Demonstrationen nach der Katastrophe von Fukushima.

Atommüllkonferenz und Atommüllreport: 2012 hat die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD zusammen mit der BI Lüchow-Dannenberg die Atommüllkonferenz initiiert, ein zweimal im Jahr stattfindendes Treffen der Initiativen an den Atommüllstandorten mit Verbänden und kritischen WissenschaftlerInnen. (Bereits in den 1980er Jahren gabe es eine Atommüllkonferenz als Koordinationstreffen der Bürgerinitiativen.) 2013 ist aus der Atommüllkonferenz das Projekt www.atommuellreport.de entstanden, ein unabhängiges Fachportal für alle Informationen rund um Atommüll.

Archiv Deutsches Atomerbe: Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD ist Gründungsmitglied des Vereins Archiv Deutsches Atomerbe e.V.

Hier geht es zur Webseite der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V.