Fundstück August 2026

Signatur: S-8-17.1

Bei dem abgebildeten Objekt handelt es sich um den „Nuclear Bomb Effects Computer“. Der „Computer“ ist eine komplexe, multifaktorielle Drehscheibe, mit der die Stärke des Vernichtungspotentials durch physikalische Auswirkungen (Vorderseite) und durch radiologische Auswirkungen (Rückseite) einer Atombomben-Explosion in Abhängigkeit von der Sprengkraft und der Höhe der Explosion über dem Boden ermittelt werden kann.

Mit der Drehscheibe können unter anderem die Stärke der Druckwelle, die Geschwindigkeit, mit der ein Mensch dadurch weggeschleudert wird, die maximale Tiefe des erzeugten Kraters, der maximale Radius des Feuerballs und die Stärke der radioaktiven Strahlung ermittelt werden. Die Scheibe übersetzt das 653-seitige Buch „The Effects of Nuclear Weapons“ in ein einfach handhabbares Objekt – wenn die komplexe Bedienungsanleitung verstanden worden ist.

Die Berechnungen basieren auf den Auswirkungen der beiden Atombombenabwürfe der USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 81 Jahren. „Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer – einschließlich der an Strahlenkrankheiten und -verletzungen Verstorbenen – bisher mit 344.306 für Hiroshima und mit 198.785 für Nagasaki an (Stand: August 2024)“ [Quelle: Wikipedia]

1950 veröffentlichte die U.S.-Regierung das Werk „The Effects of Nuclear Weapons“, in dem detailliert die Auswirkungen eines Atombombenabwurfes beschrieben wurde. In unserem Bestand befindet sich die dritte Auflage des Buches, zusammengestellt und bearbeitet von Samuel Glasstone und Philip J. Dolan, Erscheinungsjahr 1977. Das Buch samt „Nuclear Bomb Effects Computer“ wurde dem Archiv dankenswerter Weise von Dr. Wolf-Dietrich Zeitz übergeben.