
Die „richtigen Antworten“ zu 36 Fragen wollte der Betreiber des Atomkraftwerks Grohnde gemeinsam mit Prof. Dr. Heinz Haber von den „Jungen und Mädchen des Wesertals“ im Rahmen eines Wettbewerbs im Jahr 1979 erfragen. Bei dem Multiple-Choice-Test standen jeweils drei Antworten zur Auswahl, von denen eine oder mehrere richtig sein konnten. Neben rein fachlichen Fragen wie „Welches Atom ist am einfachsten gebaut?“ durften natürlich auch Fragen nicht fehlen, die Atomenergie in gutem Lichte erscheinen ließen: „Wie viele Kubikmeter Schwemm- und Schwebstoffe werden jährlich durch die Anlagen des Kernkraftwerks Grohnde aus der Weser entfernt werden, so dass das Wasser sauberer wird? A: etwa 100 m³, B: etwa 1200 m³, C: etwa 3000m³“. Na, hätten Sie es gewusst?

Bei den Preisen ließ sich der Betreiber, das Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde GmbH, nicht lumpen. Hauptpreis war ein kompletter HiFi-Turm, 2. Preis ein tragbarer Fernseher und 3. Preis eine neue Spielkonsole von Philips, angepriesen als: „Formschön aufgebauter Video−Heimcomputer, „intelligentes“ Bildschirmspiel mit Mikroprozessoren und Speichern, alpha−numerische Tastatur zum Eintippen der Befehle über Sensortasten, 2 Handregler zum Steuern der Aktionsspiele.
Das AKW Grohnde begann am 1. Februar 1984 mit seinem kommerziellen Leistungsbetrieb. Der Reaktor lief trotz erheblicher Bedenken der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) mit einem Druckbehälter aus dem Baustahl WStE51 der bei Einbau gar nicht mehr zugelassen war, weil er zu spontanen Rissbildungen neigte.
Durch den Alterungsprozess kam es in Grohnde in den 2010er Jahren immer häufiger zu Störungen und Defekten in der Anlage, die oft nicht sofort, sondern erst im Rahmen von Revisionsarbeiten entdeckt wurden. 2014 war es ein Defekt an einem Generator sowie Schäden an den Niederhaltefedern der Drosselkörper, 2016 Undichtigkeiten an Verschraubungen im Volumenregelsystem und eine von vier Nachkühlpumpen, die sich nicht einschalten ließ. (Quelle: Atommüllreport) Am 31.12.2021 wurde das AKW Grohnde endgültig stillgelegt.
Übrigens: Die Auflösung ist natürlich C: etwa 3000 m³.
